Brandanschlag: Haus von Immigranten aus der Türkei angezündet

Brandanschlag:
Haus von Immigranten aus der Türkei angezündet

von Andreas Klamm

Dautphetal/Marburg (Hessen, red). Rund 16 Tage nach der verheerenden Brandkatastrophe in Ludwigshafen am Rhein bei der drei türkische Frauen, fünf Kinder und eine schwangere Frau mit ihrem noch ungeborenen Kind starben, haben unbekannte Täter am Dienstag, 19 Februar einen Brandanschlag auf ein Haus verübt, in dem türkische Immigranten leben. Das berichtete die Berliner Morgenpost, die Wetzlarer Neue Zeitung, die Zeitung Oberhessische Presse, Deutschland-Radio, weitere Medien und verschiedene Nachrichtenagenturen.

Wenige Stunden vor dem Brandanschlag hörten Zeugen „Ausländer raus“-Rufe. An die Wand des Hauses seien verfassungsfeindliche Symbole gesprüht wurden und das Wort „Hass“ mit SS-Runen.
Bei dem Feuer wurden keine Menschen verletzt. An der Bretterverkleidung des Hauses in Dautphetal entstand ein Sachschaden von rund 1500 Euro.
Die dreiköpfige Familie türkischer Herkunft blieb unverletzt und verhinderte einen größeren Schaden. Ein Polizei-Sprecher informierte darüber, dass die Ermittlungs-Behörden nach derzeitigen Ermittlungen von einer Brandstiftung ausgehen.
In die Ermittlungen hat sich auch der für politisch motivierte Taten zuständige Staatsschutz eingeschaltet. Hinweise auf die Verwendung von Brandbeschleunigern konnte die Polizei bislang nicht finden. Eine 55jährige Bewohnerin des Hauses berichtete davon, dass sie unmittelbar vor dem Haus zwei Männer gesehen habe, die mit erhobenen Fäusten davonliefen und mehrfach „Ausländer raus“ gerufen haben sollen. Die Polizei ermittelt jetzt wegen Sachbeschädigung und der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.
Der Sprecher des hessischen Innenministeriums, Michael Bußer in Wiesbaden sprach sich für eine schnelle Aufklärung der Taten und ihrer Hintergründe aus: „Die Umstände und Motive, die zur Tat führten müssen jetzt so schnell wie möglich aufgeklärt werden. Ausländerfeindliche Straftaten und Übergriffe haben in Hessen bislang noch nie einen Nährboden gefunden und das wird auch künftig so bleiben.“
Die Ursache für den katastrophalen Wohnhausbrand in Ludwigshafen am Rhein mit neun toten Frauen und Kindern hingegen ist nach wie vor offen. „Ermittelt werde in alle Richtungen.“, erklärte der leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig bei einer Pressekonferenz am 14. Februar im Polizeipräsidium Rheinpfalz.
3mnewswire.org
Hintergründe und Quellen:
http://www.morgenpost.de/desk/1696757.html
http://www.berlinonline.de/aktuelles/nachrichten/detail.php?msg=afp_CNG.40d959a25562a0808493f903bd539a22.1d1
http://www.dradio.de/nachrichten/2008021918/9/

Andreas Klamm, Journalist, regionalhilfe.de

Regionalhilfe.de, Arbeitsgemeinschaft für Medien- und Hilfe-Projekte seit 2006, www.regionalhilfe.de

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