Qualitäts-Management soll die Jugend-Arbeit optimieren

Qualitäts-Management soll die Jugend-Arbeit optimieren
Von Andreas Klamm
Germersheim/Lingenfeld. Jugendpfleger und Kommunalpoltiker bildeten sich mit Qualitäts-Management-Experten in Lingenfeld zwei Tage in der Qualitätssicherung für kommunale Jugendarbeit fort. Die Teilnehmer erörterten grundlegende Definitionen von Qualität, Ansprüche, Anforderungen und die Bezahlbarkeit von neuen Qualitäts-Standards.
Jugendpflegerin Traudel Siegfarth sieht einen dringenden Bedarf für mehr Jugendpfleger in der Verbandsgemeinde. Alleine betreue sie sechs Gemeinden und deren Jugendzentren. Einmal in der Woche betreut sie an einem Tag zwei Jugendzentren gleichzeitig, was auf Dauer nicht möglich sei.
Nicht alle kommunalpolitischen Vertreter fanden Zeit und nicht alle waren von neuen Konzepten begeistert. Einige Gemeindevertreter seien der Auffassung, die personelle Besetzung reiche aus. Die Jugendpfleger sind sich einig, dass mehr Personal gebraucht wird.
Zwischen Behördenvertretern und Jugendpflegern gab es aber auch fruchtbare Dialoge über offene Jugendarbeit, deren Ziele, Stärken und Schwächen, meinten der Dezernet für Jugend und Familie des Landeskreises Germersheim, Dr. Fritz Brechtel und Diplom-Pädagogin und Organisationsberaterin Marie-Luise Jung aus Frankfurt im Tagespost-Gespräch. Der Kreis Germersheim beauftragte sie mit der dreiteiligen Fortbildung. Die Veranstaltung von Wochenbeginn wird fortgesetzt. Mindestens zwei weitere Termine sind geplant.
Die Arbeit von Jugendpflegern solle transparenter und auch für Laien nachvollziehbar werden. Die Aufgaben und Qualitätsicherung in der Jugendpflege seien mit dem Dienstleistungssektor vergleichbar. Es gehe um Verbesserungen von fachlicher, sozialer und kommunikativer Kompetenz.
Vielerlei Aspekte müssten zu einem Gesamtergebnis führen. Jugendarbeit sei auch Prävention. Jugendliche sollen eigenverantwortlich in Prozessabläufe, beispielsweise der Mit- oder Selbstverwaltung eines Jugendzentrums und mit ihren Bedürfnissen integriert werden. Jugendliche bräuchten Perspektiven. Die Qualität der Arbeit müsse auch überprüfbar sein.
Seitens der Gemeinden liegen vier Anträge für neue Jugendpfleger vor. Der Landkreis investiert pro Jahr rund 290 000 Mark in Jugend-Arbeit und vor kurzem erhöhte er um weitere 40 000 Mark. Wenn Jugendliche lernen, Konflikte gewaltfrei zu lösen oder sich mental sinnvoll zu beschäftigen, zähle das zu Indikatoren für gute Jugendarbeit.
Reflexionen wie diese führten nach Entscheidung, Kontrolle und Analyse zu Management-Realisierungen für Jugend und Gesellschaft, hieß es.
Erst-Veröffentlichung: Speyerer Tagespost, 21. Dezember 2000
Zweit-Veröffentlichung: British Newsflash Magazine, August 2007

Andreas Klamm, Journalist, regionalhilfe.de

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